Brot gekauft, die Hälfte direkt eingefroren. Drei Tage später kein trockenes schlechtes Gewissen auf der Arbeitsplatte. Kleine Gefrierfächer haben manchmal sehr konkrete Lebensaufgaben.
Die letzte Rolle Küchenpapier aufgemacht?
Direkt auf die Einkaufsliste.
Shampoo fast leer?
Auch drauf.
Das menschliche Gedächtnis ist beim Supermarkteingang erstaunlich schlecht darin, sich an Dinge zu erinnern, die im Badezimmer noch völlig offensichtlich waren.
Ich gehe an Tagen, an denen ich lange am Rechner sitze, inzwischen manchmal nur zehn Minuten um den Block. Ohne Ziel, ohne Sport daraus zu machen.
Der Tag wird davon nicht produktiver. Aber er fühlt sich danach weniger so an, als hätte er komplett zwischen Schreibtisch und Küche stattgefunden.
Die Tasche am Abend schon an die Tür stellen, wenn man morgens früh rausmuss.
Fünf Minuten Vorbereitung fühlen sich abends nach gar nichts und morgens nach unerwartet guter Organisation an.
Tasse in die Küche.
Brief in den richtigen Ordner.
Termin kurz bestätigen.
Manche Aufgaben dauern weniger lang als das dreimalige Denken „das muss später noch gemacht werden“.
Nicht jede Kleinigkeit braucht einen Platz auf der To-do-Liste.
Ich habe mein Handy testweise auf Graustufen gestellt und war überrascht, wie langweilig manche Apps plötzlich aussehen.
Sie funktionieren exakt gleich.
Nur dieser kleine visuelle Zug in Richtung „noch kurz öffnen“ ist schwächer.
Manchmal reicht offenbar schon ein bisschen weniger interessant.
Im Wohnzimmer liegen drei Dinge, die eigentlich ins Schlafzimmer gehören, und eins fürs Bad. Eine kleine Sammelbox macht daraus später einen Weg statt vier einzelne. Ordnung kann gelegentlich einfach effizientere Logistik sein.
Ein Termin von 15 bis 16 Uhr blockiert selten nur eine Stunde.
Hinweg, Jacke, Parkplatz oder Bus und danach wieder zurück gehören ebenfalls zum Tag.
Wer nur den eigentlichen Termin in den Kalender schreibt, kann einen erstaunlich freien Nachmittag planen, der in Wirklichkeit gar nicht existiert.